Portrait

Eiko Borcherding

*1977 in Aurich

2000-2003 Studium an der FH Hannover
2003-2006 Studium an der HAW Hamburg
2011-2014 Lehrauftrag für Zeichnen an der HAW Hamburg
seit 2014 Lehrauftrag für Zeichnerische Studien an der Muthesius Kunsthochschule Kiel

Auszeichnungen, Stipendien
2010 Einjähriges Arbeitsstipendium der Emil-Nolde-Stiftung, Seebüll
2009 Arbeitsstipendium durch das Künstlerhaus Lukas im Grafikens Hus Mariefred, Schweden, gefördert durch das Land Mecklenburg-Vorpommern
2009 Kunstpreis der Gemeinde Rastede
2005 1. Preis Kunst am Bau Wettbewerb der Universität Hamburg

Einzelausstellungen (Auswahl)
2018 DRAWING TO CONCLUSIONS, Jack Fischer Gallery, San Francisco, USA
2018 Galerie Borssenanger, Chemnitz (mit Heiko Müller)
2018 ZEICHNUNGEN, Kunsthandel Felix Jud, Hamburg
2017 Galerie Lüth, Husum
2016 Feinkunst Krüger, Hamburg, mit Heiko Müller
2016 RELIKT, Galerie Koenitz, Leipzig
2016 THE DAILY MOOD OF EIKO BORCHERDING III, Herr Beinlich Contemporary Fine Art, Bielefeld
2015 TWO ON PAPER, Jack Fischer Gallery, San Francisco, mit Chris Powell
2014 MEMENTO, Galerie Lüth, Husum
2014 THE DAILY MOOD OF EIKO BORCHERDING II, Herr Beinlich Contemporary Fine Art, Bielefeld
2013 SIDESHOW, Galerie der Wassermühle, Trittau
2011 SORT SOL, Nolde Stiftung, Seebüll
2010 GRAFIK UND ZEICHNUNGEN, Stadtbücherei, Niebüll
2010 ZEICHNUNG UND RADIERUNG, Galerie- und Künstlerhaus, Spiekeroog
2009 ZEICHNUNGEN UND RADIERUNG, OLB Zentrale, Oldenburg
2008 ARBEITEN AUF PAPIER, Hamburger Abendblatt, Hamburg
2006 LES FLEURS DU MAL, SKAM, Hamburg

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2019 THE SHELTERING SKY, Palo Alto Art Center, USA
2018 MONSTERS OF DRAWING, Feinkunst Krüger, Hamburg
2018 LIEBE, Galerie Herr Beinlich, Bielefeld
2018 DER VOGEL IN DER AKTUELLEN KUNST, Kunstraum Neureut, Karlsruhe
2017 WINTERSALON, Galerie Borssenanger, Chemnitz
2017 HEIMAT ZWEI, Galerie AC Noffke, Ratzeburg
2016 PAPERWORKS #004, Galerie Holthoff Mokross, Hamburg
2016 FEINKUNST KRÜGER GOES CHEMNITZ - 25 SPEZIALITÄTEN AUS HAMBURG, Galerie Borssenanger, Chemnitz
2016 MENSCHTIERWIR, Galerie Affenfaust, Hamburg
2016 VON INNEN NACH AUßEN – 30 Jahre Haizmann Museum, Richard Haizmann Museum, Niebüll
2015 PAPERWORKS #003, Galerie Holthoff-Mokross, Hamburg
2015 ART ON PAPER, Jack Fischer Gallery, New York City, USA
2014 SAMMLUNG BAUMFALK, Landesmuseum Emden, Emden
2013 B.O.N., Hoffschild Contemporary Art, Lübeck
2012 NATUR IM BILD, Sammlung Hamburger Sparkasse, Hamburg
2012 HOLD THE LINE, Feinkunst Krüger, Hamburg
2010 INDEX 10, Kunsthaus Hamburg, Hamburg
2010 EREIGNIS DRUCKGRAFIK, Galerie Vorortost, Leipzig
2009 INDEX 9, Kunsthaus Hamburg, Hamburg
2009 MALEREI UND GRAFIK, Galerie Sebastian Drum, Schleswig
2009 NORDWESTKUNSTPREIS - DIE NOMINIERTEN, Kunsthalle,Wilhelmshaven
2009 ZEICHNUNGEN, Galerie Jens Goethel, Hamburg
2008 GARTENBILDER, Galerie Sebastian Drum, Schleswig
2008 KÜNSTLER DES NORDENS, Galerie Moser, Osnabrück
2007 KONZENTRAT, HAW, Hamburg

Präzision und Ästhetik

Eiko Borcherding, 1977 in Aurich geboren, beeindruckt mit unkonventionellen Zeichnungen und Radierungen von außergewöhnlicher Präzision und Ästhetik. Er setzt sich mit dem in Museen und Galerien nur noch bedingt präsenten Medium Radierung auseinander. Haben andere druckgrafische Ausdrucksmedien, wie etwa der Holzschnitt, in den letzten Jahren eine ungeahnte Renaissance erfahren, ist die Radierung zuletzt aus dem Blickfeld geraten.

Eiko Borcherding gehört zu den Künstlern, die die Drucktechnik wieder auf das Parkett der bildenden Kunst bringen - und zwar neu interpretiert. In einer Serie von Landschaftsimpressionen, die Hoestarken, kombiniert er Fotoradierung und Kaltnadelradierung, wobei er sozusagen über ein Hintergrundfoto malt. Hierdurch entsteht in den Motiven eine ganz ungewöhnliche Tiefen- und sanfte Farbwirkung.

In Borcherdings Bildern stösst man neben nordischen Landschaften auch immer wieder auf Portraits. Die Bildnisse Baudelaires und Hugos etwa entstanden als Teil einer Radierfolge zu Baudelaires Gedichtzyklus Les Fleurs du Mal. Neben solch prominenten Köpfen sind es die Darstellungen von Kindern vergangener Zeiten, die als Spiegelbild eigener Empfindungen immer wieder in Borcherdings Bildwelt auftauchen.

Häufig entstehen dabei assoziative Zusammenhänge, die dem Betrachter besonders deutlich vor Augen geführt werden, wenn der Künstler eigenständige Zeichnungen durch Collagieren zusammenfügt. Dieses Spiel mit dem Zufall und neugierigem Ausprobieren im Hier und Jetzt verbindet sich dabei mit einer technischen Souveränität, die aus dem Studium der künstlerischen Welten Caravaggios, Rembrandts oder Egon Schieles angeregt zu sein scheint.

Die Wahl traditioneller Materialien wie Papier, Bleistift und Radiernadel sind kontemplatives Mittel des Künstlers - ein Rückzugsort, um sich der schnellen Welt außerhalb des Ateliers zu entziehen. Die Wahl des bereits benutzten Papiers mit Patina verleiht Borcherdings Arbeiten diese nostalgische Aura, die den Betrachter durch den Anschein des Ruhenden unweigerlich in den Bann zieht.

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